letztes Update: 05.10.2007

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Stadt Burghausen: Lage, Geschichte, Kultur und Sport

Kapitel:

 [ Die Lage ]
 [ Die Geschichte ]
 [ Die Altstadt ]
 [ Die Neustadt ]
 [ Kultur und Sport ]

Die Lage

Die Heimatstadt unseres SV Wacker Burghausen liegt im bayerischen Regierungsbezirk Oberbayern, etwa 100 km östlich von München und ist mit ca. 19.000 Einwohnern die größte Stadt des Landkreises Altötting. Der Fluß Salzach trennt Burghausen von Österreich. Die Entfernung zur österreichischen Landeshauptstadt Salzburg (Bundesland: Salzburger Land) beträgt ca. 50 km.

Erreichbar ist Burghausen:

  • - von der Autobahn A8 kommend, Ausfahrt Traunstein, über Traunstein und Waging;
  • - von der Autobahn A3 kommend, Ausfahrt Straubing, über die B20, Straubing, Landau a.d. Isar, Eggenfelden;
  • - von München kommend über die A94 und über die B12 Richtung Passau über Mühldorf und Altötting;
  • - mit der Bahn von München kommend über Mühldorf, dort umsteigen Richtung Burghausen. Burghausen ist Endstation dieser Linie.

Die historische Altstadt von Burghausen – urkundlich erstmals erwähnt im Jahr 1025 – liegt geschützt unterhalb der mit einer Länge von 1.043 m längsten Burganlage Europas.
Diese Altstadt und die auf einem Bergrücken gelegene Burg sind sicherlich der Blickfang von Burghausen. Den schönsten Anblick von Burg und Altstadt kann man von verschiedenen Aussichtspunkten auf der österreichischen Seite der Salzach genießen.

Größte Arbeitgeber in Burghausen sind die Wacker Chemie AG (mehr als 9.700 Mitarbeiter am Standort Burghausen), die OMV Aktiengesellschaft (Mineralölindustrie) sowie die Borealis A/S (Hauptgeschäft: Herstellung von Polyethylen und Polypropylen). Eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen, die den oben genannten Industrieunternehmen zuarbeiten, sind in Burghausen und im näheren Umland angesiedelt.

In der näheren Umgebung von Burghausen liegen lohnende Ausflugsziele wie die Stadt Salzburg, die Salzburger Alpen, das Berchtesgadener Land mit dem Königssee sowie der Chiemsee mit dem Schloss Herrenchiemsee.

Aber auch die Stadt Burghausen hat an Sehenswürdigkeiten einiges zu bieten. Beginnen wir mal bei der Burg, um möglichst kurz die Geschichte der Stadt Burghausen zu erzählen.

Die Geschichte

Die Burg war die Voraussetzung für die Entstehung der Altstadt, und geht wohl zurück bis auf das 8.Jahrhundert. Ursache für die Errichtung der Befestigungsanlage waren vermutlich die damaligen, bis nach Bayern reichenden Ungarneinfälle. Im 12. bzw. 13. Jahrhundert kamen Burg und Altstadt in den Besitz der Wittelsbacher. Bis zum 16.Jahrhundert wurde die Burg zur längsten Burganlage Europas ausgebaut. Ein weiterer, wirtschaftlicher Aspekt hierfür war die Kontrolle über den Fluss Salzach. Hier galt es nämlich Maut einzutreiben: das Salz aus Hallein wurde auf der Salzach nach Burghausen verschifft und von hier aus auf dem Landweg weiter transportiert.

Dank dieser Einnahmen aus der Salzmaut erlebte Burghausen eine Blütezeit bis in das 16.Jahrhundert. In dieser Phase wurde Burghausen das Stadtrecht verliehen (vermutlich im 13. bzw. 14. Jahrhundert), und es wurde zur zweiten Residenz der niederbayerischen Herzöge. Die Ernennung zum Rentamt zu Ende des 14.Jahrhunderts berechtigte Burghausen zur Verwaltung der landesherrlichen Einnahmen. Höhepunkt und Glanzzeit Burghausens waren die Zeiten der Herrschaft der Herzöge Heinrich, Ludwig und Georg (genannt „Die Reichen“, insgesamt 1393-1503). Hier erreichte Burghausen den gleichen Status wie die niederbayerische Hauptstadt Landshut; Burghausen war der Verwaltungsmittelpunkt, und die Burg beherbergte den Staatsschatz und war Hauptwaffenplatz.

Der Landshuter Erbfolgekrieg läutete das Ende dieser Epoche ein, wobei Burghausen im Jahr 1505 noch eines der vier Rentämter im neugeordneten Bayern zugesprochen bekam. Doch aus der Burghauser Stadtgeschichte gibt es für die folgenden 300 Jahre nur sehr ungünstige Nachrichten zu lesen:

Im Jahre 1648/49 brach die Pest aus. Zu den Zeiten des Spanischen und Österreichischen Erbfolgekrieges kam es durch Truppeneinquartierung und andere Kriegslasten zu einer Verarmung der Bevölkerung. Durch die Abtretung des Innviertels an Österreich (1779) wurde Burghausen zur Grenzstadt und verlor das wirtschaftlich wichtige Hinterland, da die Salzach von nun an die Grenze zu Österreich bildete. Während der Napoleonischen Kriege um 1800 herrschte bittere Armut und Not. Die Flußschiffahrt wurde Mitte 19.Jahrhuderts eingestellt, und schließlich wurde im Jahr 1891 auch die seit 1763 in Burghausen bestehende Garnison aufgelöst. Mehrmals sorgten Hochwasser der Salzach für Überflutungen. Sogar ein Abbruch der nun nicht mehr benötigten Burg war im Gespräch. Zum Glück konnten traditionsbewusste Burghauser Bürger mit Unterstützung eines verständigen und entsprechend einflussreichen Ministers dieses noch verhindern.

Immerhin wurde Burghausen im Jahr 1897 Endstation der von Mühldorf kommenden Stichbahnlinie.

Trotzdem sah es in Burghausen zu Beginn des 20. Jahrhunderts reichlich trostlos aus. Burghausen war zu dieser Zeit ein völlig verarmtes und vergessenes Provinznest – wenn auch mit eigenem Gymnasium, das auch der berühmte bayerische Schriftsteller Ludwig Thoma besuchte, der dieser Schule und der Stadt in seinen „Lausbubengeschichten“ ein Denkmal setzte. Die Zahl der Einwohner lag zu diesem Zeitpunkt bei 2.500.

Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Aufschwung begann in Burghausen im Jahr 1916, als mit 403 Arbeitern und 44 Angestellten der Betrieb des Werkes der „Dr.Alexander-Wacker-Gesellschaft für elekrochemische Chemie KG“ aufgenommen wurde. Ursache für die Ansiedlung des Werkes in Burghausen war die für die Stromgewinnung günstige Lage Burghausens. Zwischen den Flüssen Alz und Salzach wurde ein 16 km langer Kanal ausgehoben, dessen Wasserkraft auch heute noch einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung des Werkes der jetzigen „Wacker Chemie AG“ leistet. Über die Jahre wuchs das Wacker-Werk Burghausen zum größten chemischen Industriebetrieb Bayerns.

Die Steuereinnahmen begannen zu fließen; Kultur, Freizeitangebot und Sport blühten auf. Unser Liebligsclub, der SV Wacker Burghausen entstand (siehe eigene Chronikseite).

Für weiteren Aufschwung und für weitere Arbeitsplätze sorgte der Bau des petrochemischen Werkes durch die Fa. Marathon zwischen 1965 und 68, welches heute das Werk Burghausen der ÖMV sowie der Borealis darstellt.

Die unterhalb der Burg zwischen Burg und Salzach gelegene historische „Altstadt“ wurde zu klein; aus den ersten nordwestlich der Burg gelegenen Siedlungen, hauptsächlich entstanden durch Zuzug von Arbeitskräften für die Industrie, begann die freilich weitaus weniger attraktive Neustadt von Burghausen zu wachsen. Das Verhältnis der Einwohnerzahl zwischen Altstadt und Neustadt liegt inzwischen bei ca. 4.000 zu 14.000. Einkaufs- und Arbeitsalltag spielt sich größtenteils in der Neustadt ab, Behörden wie Rathaus und Finanzamt sind in der Altstadt untergebracht.

Die Altstadt

Die Altstadt hat einen sehr hohen Freizeit- und Erholungswert. Am großzügig angelegten Stadtplatz mit seinen wunderbaren, gut erhaltenen historischen Fassaden, zu Füßen der vorbildlich restaurierten Burg, lässt es sich in verschiedenen Gastgärten lange aushalten – spielt das Wetter mit, fühlt man sich an einen Urlaub im Süden erinnert. Mehrere traditionelle Handwerksbetriebe sind in der engen Gasse der Fußgängerzone „In den Grüben“ beheimatet, wo sich auch mehrere urige Kneipen und Bars befinden; auch eine traditionelle Braugaststätte gibt´s, wo hervorragendes, typisch bayerisches Weißbier ausgeschenkt wird.

Verlässt man die „Grüben“, ist man schon ganz in der Nähe des Wöhrsees. Ein Badesee mit großer grasbewachsener Liegefläche, Schatten spendenden Bäumen und einem unvergesslichen Blick auf die Burg. Hier ist der Erholfaktor ganz besonders groß.

Aber auch im Winter bzw. bei schlechter Witterung brauchen die Burghauser auf das Badevergnügen nicht zu verzichten: das Georg-Miesgang-Hallenbad (im Winter geöffnet) sowie das Wacker-Freibad (geöffnet Mitte Mai bis Mitte September) locken mit angenehmen Wassertemperaturen und vielen Attraktionen.

Die Neustadt

Lange Zeit wuchs die Neustadt praktisch ungebremst, und so ist es kein Wunder, daß es sich hier um ein ziemliches Wirrwarr an Straßen und an verschiedenen modernen Baustilen handelt. Erst ab den 80er-Jahren war aufgrund der geographischen Lage Burghausens weitgehend die Grenze des Wachstums der Neustadt erreicht. Neben der Ausweisung von Industriegebieten wurde nun Wert auf eine attraktivere Gestaltung der Neustadt gelegt. Einen Quantensprung brachte hierbei die Zusage zur bayerischen Landesgartenschau im Jahr 2004. Diese war nicht nur aufgrund der Besucherzahl von knapp 1 Mio. ein riesiger wirtschaftlicher Gewinn für Burghausen, sondern auch die Wohnqualität in der Neustadt stieg dadurch beträchtlich. Neben einem Waldpark am Rande der Stadt, der einen Campingplatz beherbergt und auch für den Sport einiges zu bieten hat (z.B. ein Kunstrasen-Fußballfeld), entstand mitten in der Stadt ein erholsam angelegter Stadtpark, der im Zentrum der Achse Bahnhof – Burg liegt.

Geschäfts- und Einkaufsleben spielen sich in Burghausen natürlich größtenteils in der Neustadt ab, während die Altstadt in erster Linie für Kultur und Erholung optimal geeignet ist.

Dennoch kommt auch der Freizeitwert in der Neustadt nicht zu kurz: viele Boutiquen, Cafe´s und Kneipen laden zum Bummeln ein. Das moderne Stadtkino sowie etliche Bars bieten auch für die Abende eine bunte Palette an Möglichkeiten, sich in der Neustadt die Zeit zu vertreiben.

Kultur und Sport

Welche Musik würde besser zum historischen Stadtbild der Altstadt passen als der Jazz? Folgerichtig ist Burghausen im Verlauf der letzten Jahrzehnte zu einer Jazz-Hochburg geworden. Besonders die einmal im Jahr stattfindende Jazzwoche ist ein Highlight, das der Stadt weit über die Landesgrenzen hinaus bei Freunden dieser Musikrichtung einen wohlkingenden Namen bereitet hat. Der Stadtsaal in der Altstadt sowie die Festhalle der Wacker Chemie AG bildeten den Rahmen für Größen aller Richtungen des Jazz, von traditionell bis modern, von Blues über Bebop bis Modern Jazz und Free Jazz.

Ganz melodisch geht´s bei der Summer-Jazz-Night in der Altstadt zu. Bei schönem Wetter gibt´s von Big Band Sound über Boogie und Blues bis zu rockigen und lateinamerikanischen Klängen auf mehreren Bühnen, verteilt von Stadtplatz bis Wöhrseeaufgang, in faszinierender Open-Air Stimmung alles zu hören, was einem Musikfreund das Herz höher schlagen lässt. Bei Schlechtwetter wird in die urigen Kneipen der Altstadt ausgewichen.

Aber auch die Freunde der Klassichen Musik kommen in Burghausen nicht zu kurz: so finden zum Beispiel regelmäßig Meisterkonzerte in der Aula des Kurfürst-Maximilian-Gymnasiums statt.

Burghausen ist eine äußerst sportbegeisterte Stadt. Dies gilt sowohl für den Breiten-, als auch für den Leistungssport. Am besten dokumentiert wird dies durch die Tatsache, daß in den 25 Abteilungen des SV Wacker Burghausen knapp 6.000 Mitglieder gemeldet sind. Herausragend sind natürlich die Leistungssport-Abteilungen Fußball (2.Bundesliga), Ringen (1.Bundesliga), Schwimmen (2.Bundesliga) und Tennis (2.Bundesliga).

Neben dem SV Wacker gibt es auch noch einen weiteren Sportverein in Burghausen, den TV 1868. Auch dieser bietet viele Möglichkeiten, aktiv Sport zu treiben. Alternativ zum SV Wacker werden hier auch Sportarten wie American Football (die Burghausen-Crusaders sowie deren Cheerleader) sowie Kampfsportarten (z.B. Karate, Judo, Ju-Jutsu) angeboten.

Viele Rad- und Wanderwege in der nähren Umgebung Burghausens sowie ein ausgeschilderter Trimm-Dich-Pfad lassen natürlich auch viel Raum für individuelle Sportarten wie Wandern, Joggen oder Radfahren.

Es ist also auch neben dem Fußball einiges geboten in Burghausen. Wobei natürlich für unseren Fanclub „Die Fanaten“ der Fußball mit Abstand das Wichtigste ist. Wir hoffen, daß unser SV Wacker noch lange in der 2. Fußballbundesliga spielt, daß auch wir noch einige Städte und Stadien in ganz Deutschland kennen lernen können.

Josef Wimmer, Mai 2006


Quellenverzeichnis:
 - Alois Buchleitner: Burghausen – Stadt, Burg, Geschichte
 - Homepage der Stadt Burghausen (www.Burghausen.de)
 

 

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